Leben - Wohnen - Kleiden am 03. und 04.10.2009

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Helga Henseler, Ulm, *1939

Sie ist eine große Handwerkerin unter den Designern. Nach ihrer Ausbildung an der Fachhochschule für Raumgestaltung in Köln beginnt sie mit freier Malerei, doch entdeckt schnell, was sie wirklich bewegt: Die Liebe zum edlen Material. Helga Henseler verarbeitet und saniert alte Stoffe: Leinen, Seide. Sie kombiniert mit Garnen, färbt, bemalt, filzt, verfremdet Flächen durch grafische Linien. Etwa 20 Jahre widmete sie sich nach Gründung ihrer eigenen Werkstatt ausschließlich dem Design von klar geschnittener Mode, kam zurück zum Kimono und im letzten Jahr schließlich zu ihren Anfängen: der Raumgestaltung. Heute ist sie spezialisiert auf Interior Design: Teppiche, Decken und (Wand-)Elemente aus Papier, Band und Leinen. Nicht nur Privatkunden bestellen bei ihr. Neben der Konzeption zahlreicher eigener Ausstellungen stattet Helga Henseler u.a. auch Kirchen mit Paramenten aus.

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Sabine Rommel, Schwäbisch Gmünd, *1950

Die gebürtige Stuttgarterin bekam die Liebe zum Material Holz eigentlich in die Wiege gelegt: Die Mutter, Holzbildhauerin, brachte ihr die Grundlagen der Holzbearbeitung bei, die Tochter wuchs mit Holzspielzeug auf. Schulzeit in Ulm, Studium in München und an der Hochschule für Gestaltung in Schwäbisch Gmünd, Diplom in Grafik Design. Danach beginnt Sabine Rommel Puppen zu entwickeln. Ihre ersten sind 1995 drei Handpuppen: Caspar, Melchior und Balthasar. Sie entwickelt sich weiter, schafft gedrechselte Puppen, bestreitet kleine Ausstellungen mit Puppenspiel im süddeutschen Raum. Der zweite Werkstoff der Vielseitigen ist ebenso zeitlos und schön: Papier. Aus ihm fertigt sie federleichten Schmuck, Schalen und immer wieder: Puppen.

www.sabinerommel.de

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Renate Foos, Ulm, * 1940,

fertigt Handstrick-Unikate und arbeitet als Designerin für einen namhaften Garnhersteller. Sie war 20 Jahre lang Inhaberin eines Fachgeschäftes für Stoffe, Garne und Wolle in Ulm, ihre künstlerische Arbeit lief sozusagen nebenher, sie bestritt mehrere Ausstellungen im süddeutschen Raum.Ihre Inspirationen setzt sie mit Stricknadeln um: visuell und haptisch. Ihr Markenzeichen: besondere Qualität, stilsichere Farbwahl,technische Brillanz. So entstehen ihre handgefertigten Gespinste, über die sie sagt: “Mein Herz fließt in jede Masche.“

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Maria Tembrink, Berlin, *1947

Geboren in Osnabrück, zunächst Erzieherin und nach dem Studium Sozialpädagogin in Berlin. Die Liebe zum Kreativen, zur Hand-Arbeit brachte sie auf einen anderen Lebensweg: Ihre zweite Karriere startete 1979 mit einem Wollladen, mit eigenen Entwürfen zum Nachstricken, mit farbig-frechen Modellen. Es wurde eine Erfolgsgeschichte. 1983 begann sie mit dem eigenen Label. Milliarden Kilometer Garn später erschien jetzt ihre 50. Kollektion. Noch immer mit Mut zum Individuellen, mit farbig-frechen Modellen. Millionen Quadratmeter Strick später feierte sie im September mit ihrem Geschäft das 30-jährige Bestehen. Individuelle Strickmode von Maria Tembrink ist eine Marke in Berlin. Und in jedem Stück zeigt sich ihr Kunstsinn, zeigt sich die Designerin.

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Anna Tembrink, Berlin, *1974

Nach dem Abitur Sprachenschule in London. Dann nimmt die Karriere der erfolgreichen Mutter auch Einfluss auf die Tochter. Schneiderlehre am OSZ Bekleidung und Textiltechnik in Berlin, Studium der Kulturwissenschaft an der Viadrina, Diplom in Kulturwissenschaften. Ihre erste Strickmodenkollektion, frech und farbenfroh und innovativ, geht 2005 über den Laufsteg, 2006 die zweite am Potsdamer Platz. Seit vier Jahren heißt das Label aus der Suarezstraße in Charlottenburg Maria und Anna Tembrink. Anna verkauft ihre Mode zusammen mit Designer-Freundinnen auch im Prenzlauer Berg. In diesem Jahr gehörte sie zur besonderen Auswahl internationaler junger Designer, die ihre Modelle im Rahmen der Fashionweek bei der Messe „Wedding Dress“ zeigten.

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Alexis Oehler, Berlin, *1968

In München geboren, in Nürnberg aufgewachsen, in Hamburg studiert, in Berlin als Gestalter seit 2000 – mehr Daten über ihn seien nicht von Belang, sagt Alexis Oehler. Über seine Liebe zum Werkstoff Beton, ist ihm schon mehr zu entlocken. Ihn reizt die Möglichkeit, aus dem spröden Werkstoff Dinge zu schaffen, zu denen dieses Material auf den ersten Blick nicht passt: Sitzwürfel, Stühle, Bänke, Schalen, ausgekleidet mit Blattgold und -silber, Schreibtisch-Utensilien, Regale. Der „gegossene Stein“, sagt er, habe eine eigene Ästhetik. Hohlräume zu schaffen, die, ausgegossen, zum Werkstück werden, fasziniert ihn. Und: Beton, das „bescheidene“ Material entfaltet in seinen Formen eine neue Funktion, eine eigene Haptik. 2002 gründete Alexis Oehler sein Label „betonware“. Seine Sitzmöbel sind in Berlin im öffentlichen Raum zu sehen, etwa in einer Ladenpassage am Alexanderplatz. Der Auftraggeber: die BVG. Seine Produkte führen Galerien und Boutiquen in Berlin, Hamburg und Amsterdam.

www.betonware.de

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